Arbeit mit inneren Stimmen

Die Arbeit mit inneren Anteilen taucht auf bei Schulz von Thun mit seinem inneren Team, sie findet sich in der Methode von H. u. S. Stone; dem Voice-Dialogue, sie ist Bestandteil in der hypnosystemischen Arbeit von Gunther Schmidt und Grundlage der Ego State Therapie von John und Helen und Watkins.

Innere Anteile eines Menschen werden wie eigenständige Personen behandelt. So ist es möglich, mit sonst eher unbewussten Anteilen zu kommunizieren und mehr über die Absichten dieser Anteile zu erfahren.

Beim Coaching können die Anteile sichtbar gemacht werden, die bei Veränderungsprozessen gehört und beachtet werden wollen. Das innere System und seine Wirkweise kann somit mehr in Einklang zueinander gebracht werden und unterschiedliche Strömungen können integriert werden.

Praxisbeispiel

Karima hat durch einen Unfall einen guten Freund verloren und in der darauf folgenden Zeit noch einige andere Menschen verabschieden müssen. Ihre Aussicht auf einen guten Schulabschluss ist in weite Ferne gerückt. Sie hat angefangen zu trinken, zu rauchen und die Schule zu schwänzen. Als Konsequenz wird ihr nahe gelegt das Schuljahr zu wiederholen. In ihrer Familie findet Karima keine Möglichkeit über ihren Verlust und die sich aufdrängenden Fragen zu sprechen.

Karima nutzt die Coachingstunden um über ihre Erfahrung und über ihre Trauer zu reden. Sie erzählt über einen Selbstmordversuch und beschreibt, wie sie versucht hat mit Briefe schreiben und beten die Situation zu bewältigen.

Karima erscheint am Anfang der Coachingsitzungen sehr nieder geschlagenen und spricht selbstentwertend und resignativ über sich und ihr Leben.

Mit der gemeinsamen Betrachtung ihres Trauerprozesses verändert sich ihre Haltung und sie erkennt ihre Kraft und ihren Lebenswillen. Zukunftsorientierte Fragen lassen sie mehr und mehr über ihre Berufspläne und die dafür erforderlichen Schritte nachdenken.

Ihre Bereitschaft ihre unterschiedlichen Stimmen zu verkörpern und sprechen zu lassen, hat diesen Prozess erheblich unterstützt. Bei dieser Arbeit wurde ihr deutlich wie wichtig es für sie ist, der Trauer genügend Raum zu geben. Im Kontakt mit der Stimme, die ihren Lebenswillen darstellt, entscheidet sie sich für ein klares Ja zum Leben.

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